Welche Möglichkeiten gibt es, eine Seite auf Barrierefreiheit zu testen? Hier muss unterschieden werden, ob manuell getestet werden soll, oder über ein Tool. Ideal ist immer beides und es empfiehlt sich mit einem Tool zu beginnen. Diese Tools stoßen an gewisse Grenzen und man wird dann darauf hingewiesen, an welchen Stellen manuelle Überprüfungen notwendig sind.
Tools
Online-Dienst des W3C zur Prüfung von HTML-Dokumenten auf Validität.
WAVE Web Accessibility Evaluation Tool
Automatischer Web-Checker von WebAIM zur Anzeige von möglichen Barrieren im Browser. Auch als Chrome- oder Firefox-Erweiterung verfügbar.
Umfangreiches Tool, das allerdings nicht kostenfrei ist. Die Browser-Erweiterung für Chrome ist es aber. Damit kann man sehr gut eine erste Analyse einer Website machen. Leider ist die „Siteimprove Browser Extension“ (Stand Februar 2025) veraltet und scheint nicht mehr weiterentwickelt zu werden. Dafür gibt es jetzt den „Siteimprove Accessibility Checker„, bei dem man sich zwar anmelden muss, der aber auch kostenlos ist und ganz gut.
Open-source Werkzeug, das sowohl als Browser-Erweiterung (für Firefox und Chrome/Chromium) als auch lokal eingesetzt werden kann. Dieses Werkzeug versucht, die Zahl der „false positives“ möglichst gering zu halten.
Vergleich einiger Webchecker
Im pdf „Vergleich automatischer Webchecker“ werden die Webchecker Wave, AChecker, Functional Accessibility Evaluator 2.1 und die Siteimprove Chrome Extension miteinander verglichen.
Die Schlussfolgerung: Generell ist zu sagen, dass die Tools sich immer dazu eignen, sich einen ersten Überblick über die Probleme zu verschaffen, und erste Probleme zu beseitigen.
Von daher ist diese Vorgehensweise sinnvoll: bei der Überprüfung einer Website auf Barrierefreiheit sollte man immer erst eines der Tools verwenden, am besten das, mit dem man am besten zurechtkommt, oder vielleicht sogar zwei. Auch die Überprüfung der HTML Struktur (Validierung über den W3C Validator) und des css ist wichtig. Danach sollte man in die manuelle Prüfung gehen. Den BITV Selbst-Test ist ebenfalls sehr hilfreich, da man hier strategisch die Punkte durchgehen kann, und bewerten, welche erfüllt sind und notieren, welche Probleme noch beseitigt werden müssen.
BITV-Test
Der BIK BITV-Test ist ein Verfahren für die umfassende und zuverlässige Prüfung der Barrierefreiheit von Websites und Webanwendungen.
BITV-Selbstbewertung
Barrierefreiheit selbst testen für Agenturen und Webdesigner: Die BITV-Selbstbewertung ist ein kostenfreies, webbasiertes Werkzeug für alle, die barrierefreie Webangebote entwickeln und sich dabei an den Vorgaben des BITV-Tests orientieren wollen. Auf Basis einer Checkliste mit den Prüfschritten des BITV-Tests können Sie den Stand der Zugänglichkeit eines Webangebots einschätzen.
Hier geht es zur BITV-Selbstbewertung.
Der BIK BITV-Test und BIK WCAG-Test
Der BIK BITV-Test ist ein Verfahren zur umfassenden und zuverlässigen Prüfung der Barrierefreiheit von Websites und Webanwendungen auf Basis der BITV 2.0 / EN 301 549.
Der BIK WCAG-Test ist ein Verfahren für die umfassende und zuverlässige Prüfung der Barrierefreiheit von Websites und Webanwendungen auf Basis der WCAG 2.1.
Unterschied zum BITV-Test: BITV- und WCAG-Konformitätstest basieren auf einem gemeinsamen Prüfverfahren. Dies ist möglich, da auch der BITV-Test die Anforderungen der WCAG 2.1 prüft. Zu finden sind sie in Kapitel 9 (Web) der EN 301 549, auf die sich die BITV 2.0 bezieht. Die EN geht jedoch über WCAG 2.1 hinaus und enthält 38 weitere Anforderungen. Der WCAG-Test unterscheidet sich vom BITV-Test dadurch, dass er diese 38 zusätzlichen Anforderungen nicht prüft.