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Wie werde ich ein Verbündeter?

10 Tipps, wie man ein guter „Verbündeter“ von Menschen mit Einschränkungen werden bzw. sein kann.

Tipp 1: Mach dir bewusst, dass nicht alle Behinderungen sichtbar bzw. offensichtlich sind.

Beispiel: Jemand mit einer chronischen Erkrankung wie Fibromyalgie oder einer psychischen Beeinträchtigung wie Angststörungen kann Unterstützung brauchen, auch wenn man es nicht sieht.

Tipp 2: Lerne, dass es viele unterschiedliche Behinderungen gibt.

Beispiel: Neben Rollstuhlnutzern gibt es Menschen mit Hörbehinderungen, Autismus, chronischen Schmerzen oder Sehbehinderungen. Jede Einschränkung hat unterschiedliche Herausforderungen.

Tipp 3: Verstehe, dass Behinderungen eine Bandbreite haben. Wenn man eine Person mit einer bestimmten Einschränkung kennt, kennt man nicht alle.

Beispiele:
Eine Person mit Autismus kann sehr gesellig und kommunikativ sein, während eine andere eher zurückgezogen ist. Autismus äußert sich bei jedem Menschen unterschiedlich – es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild.
Manche blinde Menschen nutzen Screenreader, um sich Webseiten vorlesen zu lassen, während andere sich auf Braillezeilen verlassen. Einige navigieren lieber mit der Tastatur statt mit der Maus. Daher ist es wichtig, Webseiten barrierefrei zu gestalten und nicht davon auszugehen, dass alle blinden Menschen dieselben digitalen Hilfsmittel nutzen.

Tipp 4: Frage nach, bevor du jemandem hilfst.

Beispiel: Jemand im Rollstuhl muss nicht unbedingt geschoben werden – frag lieber: „Möchtest du Hilfe?“ statt ungefragt einzugreifen.

Tipp 5: Bei Veranstaltungen: Zugang und Verständigung bieten.

Stelle sicher, dass es Rampen für Rollstühle gibt, Gebärdensprachdolmetscher bei Vorträgen anwesend sind oder Untertitel für Videos angeboten werden.

Tipp 6: Vermeide Annahmen.

Nur weil jemand sprechen kann, heißt das nicht, dass er gut hören kann. Ebenso kann eine Person mit einer Gehbehinderung trotzdem kurze Strecken laufen.

Tipp 7: Gebe keinen Rat ohne gefragt worden zu sein.

„Hast du schon mal diese neue Therapie ausprobiert? Die soll Wunder wirken!“ – Auch wenn es gut gemeint ist, kann ungefragter Rat bevormundend wirken. Besser: Zuhören und fragen, ob die Person überhaupt Ratschläge möchte.

Tipp 8: Sei vorsichtig mit der Aussage „Du bist so inspirierend“.

Menschen mit Einschränkungen wollen oft nicht als „heldenhaft“ dargestellt werden, nur weil sie ihren Alltag meistern. Stattdessen: Erkenne sie als gleichwertige Personen an.

Tipp 9: Spreche respektvoll mit Menschen mit Einschränkungen.

Rede nicht über sie, sondern mit ihnen. Sag „Person mit Sehbehinderung“ statt „blinder Mensch“, wenn es der Person wichtig ist.

Tipp 10: Unterstütze Zugänglickeit und Menschen mit Einschränkungen.

Setze dich für barrierefreie Webseiten, Arbeitsplätze oder öffentliche Räume ein. Wenn jemand sich für Inklusion engagiert, unterstütze es aktiv.

Quelle für die Tipps: How to Be a Disability Ally

10 tips to be a disability ally / Abbildung von meryl.net
10 tips to be a disability ally / Abbildung von meryl.net